Alpaufzug mit den Schafen von Marcus Berther - Vorteile für Tier & Natur

Alpaufzug mit den Schafen von Marcus Berther - Vorteile für Tier & Natur

 ·  Christian Binkert

Unser Team durfte schon mehrmals Marcus Berther beim Alpaufzug in Disentis begleiten. Dabei durften wir nicht nur ein wunderschönes Panorama geniessen, sondern halfen tatkräftig mit und hatten tolle Gespräche rund ums Schaf.

In diesem Blog erfährst du, weshalb die Schafe auf die Alp dürfen und welche Auswirkungen das auf unsere Isolationswolle und die Natur hat.

Gut für die Schafe, gut für die Alpen.

Unsere Schafe machen nicht einfach Ferien auf der Alp. Sie pflegen die Landschaft, fördern die Artenvielfalt und finden dort genau das, was sie brauchen: frische Bergkräuter, viel Bewegung und ein kühles Sommerquartier. Eine Win-win-Situation – für die Schafe und für Graubünden.

Vorteile für die Schafe 

  • Frisches, vielfältiges Futter: Auf Alpen wachsen Hunderte verschiedene Gräser, Kräuter und Blumen. Diese abwechslungsreiche Ernährung ist natürlicher als eine einseitige Fütterung.
  • Mehr Bewegung: Das hügelige Gelände fördert Muskeln, Gelenke und die allgemeine Fitness.
  • Kühleres Klima: Im Sommer finden Schafe auf der Alp angenehmere Temperaturen als im Tal und leiden weniger unter Hitzestress.
  • Natürliches Verhalten: Die Tiere können grosse Flächen erkunden, grasen und sich frei bewegen – ganz nach ihrem natürlichen Rhythmus.
  • Robustheit: Der Aufenthalt in unterschiedlichen Wetterbedingungen stärkt die Widerstandsfähigkeit der Tiere.

Vorteile für die Natur 

  • Erhalt der Artenvielfalt: Durch das Grasen bleiben Wiesen offen. Viele Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten sind genau auf diese offenen Lebensräume angewiesen.
  • Verhindert Verbuschung: Ohne Weidetiere würden Alpen nach und nach von Sträuchern und Wald überwachsen.
  • Pflege der Kulturlandschaft: Die typischen Bündner Alpen, wie wir sie kennen und lieben, entstehen und bleiben nur durch die Beweidung erhalten.
  • Natürlicher Nährstoffkreislauf: Schafe düngen die Flächen direkt und fördern so das Bodenleben.
  • Weniger Maschinen nötig: Die Tiere übernehmen einen Teil der Landschaftspflege ganz ohne Motoren oder künstliche Eingriffe.

Vorteile für den Menschen

  • Erhalt traditioneller Alpenwirtschaft.
  • Schutz vor Verwaldung und teilweise auch vor Naturgefahren, weil offene Flächen gepflegt bleiben.
  • Regionale Produkte wie Wolle, Fleisch oder Käse entstehen in einer naturnahen Bewirtschaftung.
  • Attraktive Berglandschaften, die auch für Wanderer und den Tourismus wertvoll sind.

Risiken für Schafe auf der Alp 

1. Wetterextreme

  • Kälte, Starkregen, Hagel oder Schneefall im Sommer können gerade für junge oder geschwächte Tiere gefährlich werden.
  • Hitzeperioden führen auf trockenen Alpen ebenfalls zu Stress, wenn Wasser knapp wird.

2. Raubtiere

  • In vielen Alpenregionen sind wieder Wölfe oder Luchse unterwegs.
  • Auch wenn Herdenschutz (Hunde, Zäune, Hirt:innen) wirkt, kommt es vereinzelt zu Angriffen.

3. Absturz- und Unfallgefahr

  • Steiles, felsiges Gelände birgt Risiko für Stürze, Verrenkungen oder Knochenbrüche.
  • Besonders Jungtiere oder unerfahrene Tiere sind gefährdet.

4. Parasiten und Krankheiten

  • In höheren Lagen können sich Weideparasiten (z. B. Magen-Darm-Würmer) stärker verbreiten.
  • Auch Klauenprobleme oder Verletzungen durch Steine sind häufiger als im Tal.

5. Futterknappheit oder falsche Vegetation

  • Bei Trockenheit oder Überweidung kann das Futter knapp werden.
  • Manche Pflanzen sind in grösseren Mengen ungeeignet oder giftig.

6. Stress durch Herdenmanagement

  • Transporte, Umtriebe oder grosse Herden können kurzfristig Stressreaktionen auslösen.

Einordnung

Trotz dieser Risiken ist die Alp für Schafe insgesamt oft positiv, weil:

  • sie dort mehr Bewegung haben,
  • natürliches Futter bekommen,
  • und gut betreut werden (Hirt:innen, Kontrollen, Herdenschutz).

Oder im etwas direkten Stil:

Die Alp ist kein Wellnesshotel – eher ein natürlicher Abenteuerspielplatz mit Aussicht. Mit guter Betreuung überwiegen aber klar die Vorteile.

Positive Effekte auf die Wolle 

1. Gesunde Tiere = stabile Wollqualität

Wenn Schafe auf der Alp gut fressen, sich viel bewegen und insgesamt robust bleiben, wirkt sich das auf die Wolle aus:

  • gleichmässigeres Faserwachstum
  • weniger Stressphasen → weniger „Bruchstellen“ in der Faser
  • insgesamt stabilere Vliesentwicklung

2. Besseres Futter → bessere Faserbildung

Die vielfältigen Bergkräuter und Gräser liefern viele Nährstoffe:

  • unterstützt Haar- und Wollwachstum
  • kann zu gleichmässigerer Faserstärke beitragen
    (aber: Genetik bleibt der wichtigste Faktor)

3. Sauberere Wolle durch Weidehaltung

Auf der Alp:

  • weniger Stallkontakt → weniger Mist- und Schmutzverunreinigung
  • das Vlies bleibt oft etwas „natürlicher offen“ und weniger verfilzt durch Einstreu

4. Bewegung & Klima

  • viel Bewegung fördert Durchblutung → gleichmässiges Wachstum
  • kühleres Klima reduziert Hitzestress, der das Wollwachstum kurzfristig beeinträchtigen kann

Im folgenden Video haben wir dir einige Eindrücke von unserem Alpaufzug in Disentis:

 

Du möchtest mehr über Marcus Berther und sein Leben als Schafhirte erfahren, dann haben wir dir hier unser spannenden Podcast zum reinhören:
Zum Podcast -->

Zurück zur Übersicht

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.